Grundlagen

Wartezeit oder Leistungsstaffel: Was Ihren Anspruch wirklich begrenzt

Stand 08.09.20264 Minuten LesezeitRedaktion meinzahnzusatz.de

„Ohne Wartezeit“ ist das beliebteste Werbeversprechen der Branche und sagt weniger, als es klingt. Die zweite Zahl entscheidet, wie viel im ersten Jahr tatsächlich erstattet wird.

Wer Tarife vergleicht, stößt schnell auf den Hinweis „ohne Wartezeit“. Er klingt nach sofortigem Vollschutz und wird entsprechend prominent platziert. Tatsächlich beschreibt er nur die eine von zwei Begrenzungen, die am Anfang eines Vertrags wirken. Die zweite steht selten im Werbetext, entscheidet aber oft über mehrere Tausend Euro.

Die Wartezeit: ein Zeitraum

Die Wartezeit ist der Zeitraum nach Vertragsbeginn, in dem ein Tarif noch nicht leistet. Je nach Anbieter liegt sie zwischen drei und acht Monaten. Tarife ohne Wartezeit leisten vom ersten Tag an für alles, was nach Vertragsschluss neu auftritt.

Wichtig ist der Zusatz „neu auftritt“. Was Ihr Zahnarzt vor Vertragsbeginn im Befund festgehalten oder angeraten hat, ist unabhängig von jeder Wartezeit ausgeschlossen. Eine Wartezeit von null Monaten macht aus einer bereits geplanten Krone keinen versicherten Fall.

Die Leistungsstaffel: eine Summe

Nahezu alle Tarife begrenzen zusätzlich, wie viel Geld in den ersten Jahren zusammen erstattet wird. Diese Summenbegrenzung heißt Leistungsstaffel und gilt kumulativ. Beim Tarif MeinZahnschutz 100 der Allianz sind es nach Recherchestand 1.000 Euro im ersten Jahr, 2.500 Euro in den ersten zwei und 4.000 Euro in den ersten drei Jahren.

Damit rechnet sich der Unterschied leicht aus. Eine Krone mit einem Eigenanteil von rund 700 Euro passt in das erste Jahr. Ein Implantat mit 2.400 Euro passt nicht, obwohl der Tarif zu 100 Prozent erstattet und keine Wartezeit hat. Der Rest wird erst in den Folgejahren frei.

Worauf Sie achten sollten

Wenn nichts geplant ist und Sie vorsorgen, ist die Staffel zweitrangig: Sie ist längst durchlaufen, wenn der erste größere Befund kommt. Entscheidend sind dann der Erstattungssatz und der Beitrag.

Steht dagegen eine Behandlung an oder haben Sie einen erhöhten Bedarf, drehen sich die Prioritäten. Dann ist die Summe der ersten Jahre wichtiger als der Prozentsatz, und der Blick auf die Wartezeit allein führt in die Irre. Unser Rechner gewichtet die Staffel in diesem Fall automatisch höher.

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